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Gaslicht-Newsletter

12. August 2026

Wird Geldnot endlich zum Umdenken führen?

So kann die Stadt 48 Millionen sparen

Dass der Rat der Stadt Düsseldorf in der Lage ist, angesichts der Finanznot auch zentrale Vorhaben in Frage zu stellen, hat der Verzicht auf den Opernneubau gezeigt. Wir fordern den Stadtrat jetzt auf, einen weiteren Grundsatzbeschluss dringend zu überdenken: Den Totalabriss der Gaslaternen.
Zwischen 2018 und 2023 hat die Stadt Düsseldorf rund 40 Millionen Euro in die grundlegende Erneuerung von ca. 6.000 Gaslaternen investiert, um diese zukunftsfähig zu machen. Diese Laternen wurden oft komplett restauriert sowie mit einer Elektro-Zündung und einem Dämmerungsschalter im Kopf versehen. Deshalb können sie ohne Probleme nach dem Wechsel der Gassorte auf Erdgas-H weiter betrieben werden. Sie funktionieren schon in vielen Stadtvierteln einwandfrei.

Der aktuelle Ratsbeschluss sieht jedoch vor, noch einmal rund 48 Millionen Euro aufzuwenden, um auch diese 6.000 gerade erneuerten Gaslaternen ganz zu beseitigen. Sie werden dann durch aufwendig in Einzelfertigung hergestellte Nachbildungen mit LED-Licht ersetzt. Dazu sind wieder umfangreiche und teure Tiefbauarbeiten erforderlich, weil jede einzelne neuwertige Gaslaterne vom Gasnetz getrennt und abgebaut werden muss. Wir glauben zwar nicht daran, dass das Gasnetz in Zukunft ganz zurück gebaut wird, sollte es aber tatsächlich eines Tages dazu kommen, kann dann immer noch ein Austausch der Gaslaternen wesentlich kostengünstiger erfolgen.

Gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimat- und Bürgervereine (AGD), dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) und düsseldorf im blick (dib) haben wir diese Argumente in einem Brief an jedes Ratsmitglied zusammengefasst. Die Stadtverwaltung sah sich aber nicht in der Lage, die Briefe an alle Stadtratsmitglieder vor der Sommerpause zuzustellen, obwohl wir sie rechtzeitig im Rathaus abgegeben hatten (Express vom 10.08.2026).

Um unsere Argumente zu stützen haben wir jeweils ein Exemplar der Zeitschrift „Rheinische Heimatpflege” beigefügt. In einem ausführlichen Artikel wird darin das intensive bürgerschaftliche Engagement für unser Denkmal der Industriegeschichte dargestellt. Das bringt hoffentlich auch den ein oder anderen zum Nachdenken.

Wir werden dafür sorgen, dass Brief und Zeitschrift jedem Ratsmitglied vorliegen, bevor der Rat seine Geschäfte nach der Sommerpause wieder aufnimmt.
Artikel Rheinische Heimatpflege
Ausgabe 2-2026 der Zeitschrift „Rheinische Heimatpflege” des RVDL
Noch ein wichtiger Hinweis:
Zum Tag des Offenen Denkmals laden wir am Vorabend, Samstag, 12. September 2026, nach Oberbilk ein. Dort stehen viele aufwendig grundsanierte Gaslaternen, die abgerissen werden sollen.
Bei einem Spaziergang rund um den Gangelplatz erläutern wir die besondere Rolle der Industriegeschichte des Stadtteils, die eng mit dem weltweiten Siegeszug der Gasbeleuchtung im 19. und 20. Jahrhundert verbunden ist.

Treffpunkt: Samstag, 12. September 2026, 19:30 Uhr, Gangelplatz / Ecke Flügelstraße
In eigener Sache
Die „Initiative Düsseldorfer Gaslicht” war seit ihrer Gründung 2015 ganz bewusst nie ein Verein mit Vorstand und Kassenwart. Getragen von gegenseitigem Vertrauen haben wir mit vielen unterschiedlichen Mitstreitern eine große Zahl von Aktivitäten und Aktionen miteinander abgestimmt und erfolgreich durchgeführt.

Seit rund einem Jahr gibt es innerhalb der Initiative Unstimmigkeiten darüber, was unseren Gaslaternen wirklich hilft. Einige Gaslichtfreunde haben unabhängig von uns eine ganze Reihe von Aktionen durchgeführt, von denen wir oft zufällig oder erst im Nachhinein erfahren haben. Wir haben versucht, diese unabgestimmte Vorgehensweise in mehreren Gesprächen zu klären und wieder einen gemeinsamen, vertrauensvollen Weg zu finden. Dies ist leider nicht gelungen.
Wir haben schlußendlich diese Gruppe aufgefordert, nicht mehr als „Initiative Düsseldorfer Gaslicht” aufzutreten und unseren Look und Logo nicht mehr zu verwenden. Sie nennt sich jetzt „Gaslicht-Initiative”.

Deshalb hier noch einmal zur Klarstellung: Wir setzen unser Engagement für die Gaslaternen als „Initiative Düsseldorfer Gaslicht” unvermindert fort. Das geschieht in enger Kooperation mit der AGD, dem RVDL und dib. Dabei stellen wir weiterhin sachliche Argumente in den Vordergrund und versuchen, mit Politik und Verwaltung wieder in einen konstruktiven Dialog zu kommen.

Vielen Dank für Ihre/Eure Unterstützung

Für die Initiative Düsseldorfer Gaslicht
Carolyn Eickelkamp
Lutz Cleffmann
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